Herausforderung und Zielsetzung
Im Jahr 2025 rückte die Starkstrom‑Gerätebau GmbH (SGB GmbH) das Thema Gesunde Führung verstärkt in den Fokus der Unternehmensentwicklung. Zentrale Zielsetzung war es, Führungskräfte gezielt zu stärken und ein gemeinsames Verständnis für gesundheitsorientierte Führung weiterzuentwickeln. Da die teilnehmenden Führungskräfte mit unterschiedlichen Erfahrungen und Bedürfnissen in das Projekt starteten, wurde eine strukturierte und praxisnahe Kompetenzentwicklung als wesentlicher Erfolgsfaktor identifiziert. Ein weiteres Ziel bestand darin, die Kommunikation und den Erfahrungsaustausch unter den Führungskräften zu intensivieren, um voneinander zu lernen und gemeinsam neue Impulse für den Führungsalltag zu gewinnen.
Zur Umsetzung dieser Ziele wurde in Zusammenarbeit mit der AOK Bayern und der MOOVE GmbH das Programm MOOVE Choice „Gesunde Führung“ realisiert. Über mehrere Monate begleiteten digitale Formate, kompakte Lernimpulse und persönliche Fokusdialoge die Führungskräfte und ermöglichten eine flexible Integration in den Arbeitsalltag.
Der vorliegende Projektbericht fasst den gemeinsamen Prozess zusammen, stellt die angewandte Methodik vor und gibt Einblicke in zentrale Erkenntnisse rund um das Thema „Gesunde Führung“.
Programm MOOVE Choice „Gesunde Führung“
Das Programm MOOVE Choice „Gesunde Führung“ richtet sich an Führungskräfte und stärkt deren Rolle als zentralen Einflussfaktor für Gesundheit, Zufriedenheit und Zusammenarbeit im Team. Die Teilnehmenden erhalten praxisnahe Impulse, Methoden und Techniken, um ihr Führungsverhalten bewusst als Ressource zu nutzen und mehr Klarheit, Wirksamkeit sowie ein gesundes Miteinander zu fördern.
Die Inhalte vermitteln ein gemeinsames Grundverständnis gesunder Führung, verdeutlichen Zusammenhänge zwischen Führungsverhalten, Gesundheit und Leistung und bieten konkrete Anwendungsmöglichkeiten für den Arbeitsalltag. Ergänzend unterstützen individuelle Fokusdialoge bei der Bearbeitung konkreter Praxissituationen und fördern die persönliche Weiterentwicklung der Führungskräfte.
Verlauf der Maßnahme und Zielgruppe
Der Projektstart erfolgte mit zwei digitalen Kick‑off‑Veranstaltungen. Dort wurden Ziele und Ablauf des Programms, die Rollen der Kooperationspartner sowie die begleitende Landingpage vorgestellt. Ein digitaler Eingangsfragebogen ermöglichte es den Führungskräften, individuelle Bedürfnisse, Erwartungen und Themen einzubringen. Die Ergebnisse flossen direkt in die Ausgestaltung des ersten digitalen Workshops ein.
Aufgrund der hohen Teilnehmendenzahl wurden insgesamt sechs Gruppen (ca. 12 Personen pro Gruppe) gebildet, die jeweils von einer bzw. einem erfahrenen MOOVE‑Expert:in begleitet wurden. Dadurch konnten Diskussionen gezielt moderiert, individuelle Fragestellungen strukturiert bearbeitet und ein intensiver Erfahrungsaustausch innerhalb der Gruppen ermöglicht werden.
Der erste digitale Workshop (4 Stunden) vermittelte Grundlagen gesunder Arbeit und Führung, beleuchtete Zusammenhänge zwischen Führung, Gesundheit und Leistung und regte zur Selbstreflexion an. Ergänzend standen Lernvideos zur Verfügung, die zuvor von der SGB GmbH ausgewählt wurden, unter anderem zu den Themen Burnout‑Prävention, Zeit‑ und Selbstmanagement, effiziente Meetings, Change‑Prozesse, Motivation und Mitarbeiter:innenzufriedenheit. Diese standen auf der Landingpage zur Verfügung. Zwischen den Workshops konnten die Teilnehmenden die Inhalte im Selbststudium vertiefen und mittels Transferaufgaben direkt in den Arbeitsalltag übertragen.
Zusätzlich bestand zwischen den digitalen Workshops die Möglichkeit, individuelle 1:1‑Fokusdialoge (20–30 Minuten) mit einem:r MOOVE‑Expert:in zu buchen, um persönliche Herausforderungen zu besprechen und konkrete, alltagsnahe Tipps für die Führungsarbeit zu erhalten.
Der zweite digitale Workshop (2 Stunden, „Refresher“) griff zentrale Inhalte erneut auf und vertiefte diese. Im Mittelpunkt standen die sechs Rollen der Führungskraft: Coach, Mitarbeiter:in, Moderator:in, Fachperson, Mitunternehmer:in und disziplinarische:r Vorgesetzte:r. In Kleingruppen wurden Fallbeispiele bearbeitet, Ergebnisse vorgestellt und offene Fragen aus dem Führungsalltag diskutiert. So erhielten die Teilnehmenden zusätzliche Impulse für ihre weitere Entwicklung.
Umsetzung, Herausforderungen und Ergebnisse
Die Evaluation erfolgte kontinuierlich über das gesamte Programm hinweg. Die Ergebnisse der Vorabbefragung wurden im ersten Workshop in den jeweiligen Gruppen vorgestellt und gemeinsam reflektiert. Als besonders relevant erwiesen sich die Themen Burnout‑Prävention, Zeitmanagement und Mitarbeiter:innenzufriedenheit.
Im Verlauf der digitalen Workshops kam es vereinzelt zu technischen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Terminlinks. Zur Verbesserung der Orientierung wurden die Kommunikationsmaßnahmen angepasst: Klarere Hinweise in Einladungen und Chat‑Nachrichten sowie zusätzliche E‑Mails unterstützten die Teilnehmenden bei der Teilnahme und reduzierten Fehlzuordnungen.
Die 1:1‑Fokusdialoge wurden von den Führungskräften grundsätzlich als wertvoll wahrgenommen, jedoch insgesamt weniger genutzt. Möglicherweise war für viele bereits der Austausch in den Gruppen ausreichend. Durch wiederholte Hinweise in den Workshops sowie Reminder‑Mails konnte die Teilnahme dennoch leicht gesteigert und die Einbindung des Angebots in den Arbeitsalltag verbessert werden.
Rückmeldungen zu Workshops, Lernvideos und Fokusdialogen wurden systematisch erfasst und ausgewertet, sodass sie unmittelbar in die Weiterentwicklung der Unterlagen einfließen konnten. Ein Schwerpunkt lag darauf, die Inhalte weiter zu konkretisieren und praxisnah auszurichten, unter anderem durch zusätzliche Beispiele aus dem Berufsalltag. Erhoben wurden sowohl quantitative Daten (z. B. Zufriedenheit mit einzelnen Formaten) als auch qualitative Rückmeldungen, um gezielt auf die Bedarfe der Führungskräfte eingehen zu können.
Zur Steigerung von Teilnahme und Engagement erhielten die Führungskräfte regelmäßige Reminder‑Mails, die unter anderem auf den Eingangsfragebogen sowie auf weitere Angebote hinwiesen. Zudem wurde die zentrale Landingpage fortlaufend beworben, um den Zugang zu relevanten Informationen und Materialien zu erleichtern.
Erkenntnisse, Empfehlungen und Ausblick
Im Projektverlauf wurden mehrere zentrale Erkenntnisse gewonnen. Es zeigte sich, dass die Fokusdialoge zwar als wertvolle Möglichkeit für persönlichen Austausch und individuelle Klärung von Fragen eingeschätzt wurden, bislang jedoch nur vereinzelt genutzt wurden. Hier besteht Potenzial, das Angebot weiterhin gezielt zu aktivieren und die Nutzung durch passende Kommunikationsimpulse und niedrigschwellige Zugänge zu fördern.
Zudem wurde deutlich, dass die flexible Anpassung der Workshops und Fokusdialoge an die Bedürfnisse der Führungskräfte wesentlich zur Praxisnähe beiträgt. Durch die kontinuierliche Ausrichtung der Inhalte an den Bedarfen der Teilnehmenden konnten Relevanz und Nutzen der Maßnahme erhöht werden.
Eine weitere zentrale Erkenntnis betrifft die Bedeutung einer transparenten und kontinuierlichen Kommunikation rund um die Maßnahmen. Reminder‑Mails, Feedbackeinholungen und begleitende Informationen stärkten den Kontakt zu den Führungskräften und unterstützten die Teilnahmebereitschaft. Dadurch konnten die Inhalte nicht nur vermittelt, sondern auch nachhaltiger im Führungsalltag verankert werden.
Abschließend lässt sich festhalten, dass das Projekt „Gesunde Führung“ einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung, Qualifizierung und Weiterentwicklung der Führungskräfte der SGB GmbH geleistet hat. Die fortlaufende Anpassung der Formate, die enge Kommunikation sowie die systematische Evaluation bilden eine solide Grundlage für die nachhaltige Wirkung des Programms. Künftig sind die Führungskräfte eingeladen, ihre Rolle weiter zu stärken und gemeinsam mit ihren Teams ein gesundes und wirksames Arbeitsumfeld aktiv mitzugestalten.



