5 Fragen an Florian Hirsch, Leiter des Betrieblichen Gesundheitsmanagements bei der Krones AG
Führungskräfte stellen in jedem Unternehmen eine für sich stehende Zielgruppe dar. Warum ist das so? Welche Besonderheiten machen die Zielgruppe der Führungskräfte aus – im Allgemeinen und bei Krones?
Die wichtigste Ressource eines Unternehmens sind die Menschen und deren Interaktion. Führungsverhalten und Führungsstil wirken sich auf die Gesundheit der Mitarbeiter:innen aus und beeinflussen die Funktionsfähig und Produktivität der Organisation. Führungskräfte finden oft in einer „Sandwichposition“ wieder, um verschiedenen Erwartungshaltungen gerecht zu werden. Die Herausforderung dieser Zielgruppe besteht darin, Unternehmenserwartung und die Erwartung der Mitarbeiter:innen in Einklang zu bringen.
Wie bewertest du in deiner Funktion das Thema mentale Gesundheit in Bezug auf Führungskräfte? Wie sollte dieses sensible Thema auf die Besonderheiten der Führungskräfte angepasst sein?
Mentale Gesundheit ist für mich die relevante Ressource bei Führungskräften und somit im Einklang mit der Organisation. Oft erlebe ich in Gesprächen die Aussage „Gesund führen“. Ja „Gesund führen“ ist wichtig, allerdings um dies zu können, benötigt es nicht Gesunde Selbstführung? Ich bin überzeugt, dass ein gesunder und wertschätzender Führungsstil nur durch das Erlangen der Kompetenz Gesunde Selbstführung in Einklang zu bringen ist.
Wir haben festgestellt, dass Führungskräfte zum Thema mentale Gesundheit eine besondere Aufmerksamkeit gegeben werde sollte: Wie begegnet ihr bei Krones zielgruppenspezifisch dem Thema?
Mit einer offenen Kommunikation über Belastungen und Stressoren in der jeweiligen Zielgruppe. Wir befähigen und motivieren unsere Führungskräfte zum eigenständigen psychischen Ausgleich und Kommunikation untereinander. Essentiell ist die Vermittlung von ganzheitlichen und zielgruppenspezifischen Stressbewältigungsmethoden.
Was hat sich daraus bei Krones in der Praxis bewährt, was funktioniert und was funktioniert nicht bei der Zielgruppe der Führungskräfte?
Ich fange mal mit dem an, was sich nicht bewährt hat. Und zwar der Glaube zu wissen, was die Zielgruppe benötigt und entsprechende Inhalte als gesetzt zur Verfügung zu stellen. Bewährt hat sich ein offenes und partizipatives Format wo Raum geschaffen wird über Ressourcen und Belastungen zu sprechen. Was sind persönliche Stressverstärker, wie schaffe ich Akzeptanz und fördere meine eigene Leistungsfähigkeit und Resilienz. Dies konnten wir mit der MOOVE’s Choice „Standfest trotz Gegenwind“ bei den Führungskräften an einem unserer Standorte bereits im letzten Jahre in Erfahrung bringen. Das Vorgehen hat sich für uns bewährt und wird weiter gefördert.
Basierend auf den Erfahrungen eures BGM-Teams bei Krones: Wie sieht euer Ausblick für die nächsten ein bis zwei Jahre zum Thema mentale Gesundheit für Führungskräfte bei Krones aus?
Die Relevanz des Themas wird enorm wachsen. Steigende Arbeitslast führt zu einem steigenden Leidensdruck. Eine zunehmende Sensibilisierung und Entstigmatisierung, sowohl von Innen/ Krones als auch außen/gesamtgesellschaftlich („Gefühl von Schwäche“ verschwindet aus den Köpfen) wird dabei immer dringender. Wir wollen eine steigende Nachfrage und Bereitschaft sich dem Thema zu öffnen erreichen. Dabei ist zunächst der Aspekt als Hilfe zur Selbsthilfe zu betrachten. Die Herausforderung dabei: über entsprechende Maßnahmen/ Programme mit diesen nicht selbst noch den gefühlten Leidensdruck bei den Führungskräften zu erhöhen, weil die Zeit eh schon knapp ist. Hierfür haben sich bei uns die beschriebenen Aspekte bewährt, nicht nur inhaltlich auf die Bedürfnisse abgestimmt einzugehen, sondern auch in der Methodik auf die speziellen Umstände der Führungskräfte zu achten.
Um einen Einblick in die Potentiale der erwähnten MOOVE’s Choice zu geben, möchte ich einige O-Töne unserer Führungskräfte mit euch teilen:
„Die Wichtigkeit besteht meines Erachtens darin, die Augen zu öffnen, da es sich hier um ein Thema handelt, das zur Zeit von unserer Gesellschaft noch verdrängt wird. Sollte man sich seiner Rolle oder Zustand bewusst werden sind Ansätze und Techniken vorhanden die dich unterstützen.“
„Unsere Welt wird immer komplexer und die Informationsflut nimmt stetig zu. Da ist es schon nicht immer leicht, den inneren Kompass auszurichten. Die Seminarreihe unterstützt mich durch praxisnahe Hilfestellung im Umgang mit den Herausforderungen des Alltags ein Stück weit besser umgehen zu können.“
„Die Workshops waren wirklich sehr gut. Der Trainer war sehr motiviert, und hat es zielgerichtet. Für uns als Führungskräfte, gerade für sehr junge Führungskräfte, ist es sehr wichtig einen „Ausgleich“ zu haben und verschiedene Techniken zu lernen, wie man diesen schnell und effektiv findet. Die Zusammenfassung am Schluss als „Knowledge Nugget“ ist super als Nachschlagwerk. Was ich auch sehr gut fand, war das alle Führungskräfte dabei waren und wir uns gegenseitig austauschen konnten. Das geht oftmals im Arbeitsalltag unter. Tat gut, dass man wusste das es auch anderen ähnlich wie einem selbst geht.“
„Ich fand die Workshops insofern wichtig, dass man sich der einzelnen Punkte und der eigenen Betroffenheit davon bewusster wird und dann auch darauf reagieren und Vorsorge treffen kann.“




