Gesunde Führung als zentraler Wirkfaktor im BGM
5 zentrale Erkenntnisse aus dem Interview mit Lisa Käferlein
- Gesunde Führung ist ein zentraler Faktor für die Wirksamkeit eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements.
- Führungskräfte benötigen Unterstützung bei der eigenen Stressbewältigung, um ihre Rolle als Gesundheitsmultiplikatoren wirksam ausfüllen zu können.
- Die Akzeptanz von Angeboten zur Führungskräfteentwicklung entscheidet maßgeblich über deren organisatorische Wirkung.
- Niedrigschwellige Integration, Flexibilität und Praxistauglichkeit erhöhen die Anschlussfähigkeit von Gesundheitsangeboten im Führungsalltag.
- Die nachhaltige Verankerung Gesunder Führung erfordert eine kontinuierliche Evaluation und die Weiterentwicklung bestehender Führungsstrukturen.
Interview mit Lisa Käferlein, HR-Mitarbeiterin der Starkstrom-Gerätebau GmbH
Was war der Auslöser dafür, sich mit dem Thema „Gesunde Führung“ intensiver zu beschäftigen?
Die SGB betreibt seit vielen Jahren ein sehr erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement. Einen wesentlichen Beitrag leisten hier die Führungskräfte. In Zusammenarbeit mit der AOK Bayern wollten wir im Rahmen eines Projektes im Jahr 2025 speziell für diese Personengruppe ein passendes Programm starten, um diese Rolle wertzuschätzen und zugleich für ein bedeutendes Thema zu sensibilisieren. Die Ansatzpunkte der Gesunden Führung haben hervorragend in diesen Rahmen gepasst.
Welche konkreten Herausforderungen in der Führungsarbeit wollten Sie mit der MOOVE Choice „Gesunde Führung“ angehen?
Unter dem Motto „Gesunde Führung – für meine Mitarbeitenden und mich“ wollten wir unsere Führungskräfte bei der Stressbewältigung und Ressourcenstärkung unterstützen. Dabei sollten sie zu proaktivem Agieren in Bezug auf das Thema Gesundheit befähigt werden und lernen, wie sie sich zu Gesundheitsmultiplikatoren entwickeln können. Das Programm sollte außerdem auffrischen, wie ein gesunder Führungsstil gelingen kann.
Wie verlief die Einführung der MOOVE Choice „Gesunde Führung“ bei der SGB?
Während der Planung des Projektes – intern mit unserer Geschäftsführung, Vertretern aus dem BGM und der AOK – hat uns Frau Greco von MOOVE äußerst kompetent, schnell und unkompliziert unterstützt. Sie ist stark auf unternehmensspezifische Bedürfnisse eingegangen und hat unsere individuellen Wünsche berücksichtigt, sodass wir am Ende die für die SGB perfekte Lösung gefunden haben. Mit Beginn der Einführung wurden wir jederzeit durch Frau Greco und unsere Projektleitung Frau Lück unterstützt, welche auch immer für Fragen und Anliegen zur Verfügung standen sowie schnell eine Lösung parat hatten.
Was würden Sie anderen Unternehmen empfehlen, die ein ähnliches Programm starten möchten? Gibt es organisatorische Voraussetzungen oder Erfolgsfaktoren, die aus Ihrer Sicht besonders wichtig sind?
Durch die konzeptionelle Gestaltung des Programms seitens MOOVE sind viele, meines Erachtens wichtige Voraussetzungen bereits gegeben: Gute Integrierbarkeit in den Arbeitsalltag, Flexibilität und unkomplizierter Zugang. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist nach meiner Erfahrung die Akzeptanz des Programms bei den teilnehmenden Führungskräften, welche durch eine transparente Kommunikation erreicht werden kann.
Welche weiteren Schritte planen Sie, um das Thema „Gesunde Führung“ langfristig im Unternehmen zu verankern? Gibt es Überlegungen, das Programm auf andere Zielgruppen oder Standorte auszuweiten?
Nach Abschluss aller Gruppen möchten wir anhand der Erfüllung der Projektziele sowie der Rückmeldungen der Führungskräfte prüfen, ob sich weitere Anknüpfungspunkte ergeben, auf denen wir weiter aufbauen und unsere Führungskräfte weiterentwickeln können.
Häufige Managementfragen zum Thema Gesunde Führung
Warum ist Gesunde Führung mehr als ein Baustein des Betrieblichen Gesundheitsmanagements?
Gesunde Führung beeinflusst unmittelbar, wie Mitarbeitende Belastungen wahrnehmen, Ressourcen nutzen und ihre Arbeit erleben. Damit wirkt sie nicht nur auf individuelle Gesundheit, sondern auch auf Zusammenarbeit, Führungskultur und die langfristige Leistungsfähigkeit der Organisation. Aus Managementsicht ist Gesunde Führung daher weniger eine Gesundheitsmaßnahme als vielmehr ein Bestandteil wirksamer Führung.
Was unterscheidet erfolgreiche Programme zur Gesunden Führung von kurzfristigen Initiativen?
Der Unterschied liegt in der Integration in den Führungsalltag. Programme erzeugen vor allem dann Wirkung, wenn sie Führungskräfte dabei unterstützen, ihre eigene Gesundheit sowie die Gesundheit ihrer Teams dauerhaft in bestehende Führungsroutinen einzubinden. Isolierte Einzelmaßnahmen schaffen Aufmerksamkeit, verändern jedoch selten dauerhaftes Führungsverhalten.
Welche Rolle spielt die Akzeptanz der Führungskräfte für den Projekterfolg?
Die Akzeptanz der Zielgruppe ist einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren. Führungskräfte müssen den Nutzen eines Programms für ihre eigene Praxis erkennen. Transparente Kommunikation, praxisnahe Inhalte sowie eine einfache Integration in den Arbeitsalltag erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Angebote tatsächlich genutzt und langfristig angenommen werden.
Ab wann lohnt sich die Investition in Gesunde Führung?
Relevanz entsteht nicht erst bei erhöhten Fehlzeiten oder akuten Belastungssituationen. Gesunde Führung wird insbesondere dort bedeutsam, wo Führungskräfte eine zentrale Rolle für Mitarbeitendenbindung, Veränderungsprozesse, Arbeitsverdichtung oder Organisationsentwicklung einnehmen. Sie wirkt damit präventiv und nicht ausschließlich reaktiv.
Wo liegen die Grenzen eines Ansatzes zur Gesunden Führung?
Gesunde Führung kann organisatorische Belastungen nicht vollständig kompensieren. Selbst gut qualifizierte Führungskräfte stoßen an Grenzen, wenn strukturelle Probleme, Ressourcendefizite oder unklare Verantwortlichkeiten bestehen. Aus Beratungssicht entfaltet Gesunde Führung ihre größte Wirkung daher im Zusammenspiel mit geeigneten organisatorischen Rahmenbedingungen und einer gesundheitsorientierten Unternehmenskultur.




