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ZOLLNER ELEKTRONIK AG | PROJEKTBERICHT

Im Rahmen des Gesundheitsprogramms „Bumperlgsund“ begleiten wir die Auszubildenden und Dual-Studierenden der Zollner Elektronik AG über ihre gesamte Ausbildungszeit hinweg und unterstützen sie in gesundheitsrelevanten Themen. | 29. Januar 2025

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Zollner AG, der AOK Bayern und der MOOVE GmbH

Zusammen mit unserem Kooperationspartner, der Zollner Elektronik AG, und der gesetzlichen Krankenversicherung AOK Bayern – Die Gesundheitskasse haben wir, die MOOVE GmbH, im Jahr 2020 das Gesundheitsprogramm „Bumperlgsund“ ins Leben gerufen. Dieses Programm ist speziell darauf ausgerichtet, eine gesunde Ausbildung für Auszubildende und Dual-Studierende der Zollner Elektronik AG zu fördern. Ziel ist es, die jungen Talente während ihrer gesamten Ausbildungszeit in gesundheitsrelevanten Themen zu begleiten und ihr Bewusstsein für eine nachhaltige Gesundheitsförderung zu stärken. Unser Projektbericht bietet wertvolle Einblicke in den gemeinsamen Arbeitsprozess, die angewandte Methodik und interessante Fakten rund um das Konzept einer gesunden Ausbildung.

Wieso Gesunde Arbeit für Auszubildende und Dual-Studierende?

Um das Projekt zu starten, mussten zunächst die Ziele des neuen Programms definiert werden. Im Mittelpunkt stand die Förderung einer gesunden Ausbildung, indem die Gesundheit der Auszubildenden nachhaltig gestärkt wird. Dazu gehörten die Sensibilisierung für Gesundheitsfragen während der gesamten Ausbildungszeit sowie die kontinuierliche Unterstützung der Azubis und Dual-Studierenden auf ihrem Weg zu einem gesundheitsförderlichen Arbeitsleben.

„Der gesunde Einstieg in das Berufsleben bietet eine willkommene Abwechslung zu den fachlichen Bestandteilen der Ausbildung und wird von den Auszubildenden sehr positiv angenommen. Dieses Angebot macht unsere Ausbildung für junge, motivierte Talente noch attraktiver.“ (Matthias Karl, Ausbildungsleiter)

Ein speziell entwickeltes Konzept wurde eingeführt, um das Thema Gesunde Ausbildung erlebbar zu machen und die Vernetzung der Auszubildenden und Dual-Studierenden zu fördern. Das Konzept unterstützte ihr Wohlbefinden sowohl am Arbeitsplatz als auch in ihrer Freizeit. Der ganzheitliche Ansatz berücksichtigte die individuellen Bedürfnisse und Erfahrungen der Auszubildenden und Dual-Studierenden und beeinflusste das Betriebliche Gesundheitsmanagement positiv, indem physische, psychische und soziale Faktoren einbezogen wurden. Durch gezielte Maßnahmen und Schulungen sollte das Bewusstsein für eine gesunde Ausbildung – das heißt, einen gesunden Lebensstil während und nach der Ausbildung gestärkt werden.

Wie wurde das Programm für eine gesunde Ausbildung entwickelt?

Der Entwicklung von Bumperlgsund lag die strategische Neuausrichtung von Gesunder Arbeit bei der Zollner Elektronik AG zugrunde. „A great place to work“ lautete der richtungsweisende Slogan unter dem die Sicherstellung globaler Mitarbeiterressourcen als eines der geschäftsrelevanten Unternehmensziele seit 2018 kontinuierlich voranschritt. Mit der Implementierung systematischer gesundheitsförderlicher Strukturen 2019, die sich seither im gesamten Unternehmen immer stärker verzahnen, rückten in den Folgejahren spezifische Zielgruppen stärker in den Fokus. Die Herausforderungen am Markt verlangten nach einer Lösung, die wirksamer ist als bis dato durchgeführte BGF-Einzelmaßnahmen für diese für das Unternehmen zukunftsrelevante Zielgruppe.

Gemeinsam mit der AOK Bayern erarbeiteten die MOOVE GmbH und die Zollner Elektronik AG ein Konzept für Gesunde Ausbildung, welches die partizipative Integration der Auszubildenden und dualen Studierenden über die gesamte Ausbildungsdauer in das bestehende BGM-System ermöglichte. Durch eine enge Orientierung an dem HR-Ziel, den Aufbau eines mitarbeiterorientierten strategischen Fachbereichs zu etablieren, welcher die Gesundheit aller Mitarbeitenden erhält und fördert, gelang die unternehmensweite Einführung von Bumperlgsund. Der Einbezug der Ausbildungsverantwortlichen und Ansprechpartner:innen sowie ausgewählte Vertreter seitens der Auszubildenden und Studierenden von Beginn an, erzeugte eine hohe Akzeptanz der methodischen und inhaltlichen Herangehensweise.

Bei der Gestaltung des Programms für eine gesunde Ausbildung wurden verschiedene Aspekte berücksichtigt, um ein Maximum an Akzeptanz, Wissensdurchdringung und Beteiligung zu ermöglichen. Ein Hauptaugenmerk lag dabei auf der praxisnahen Vermittlung von Themen im Bereich Gesundheit, wobei gleichzeitig der Transfer des Gelernten sowohl in den Arbeits- als auch in den privaten Alltag ermöglicht werden sollte. Aus diesem Grund wurde das Konzept modular aufgebaut. Jedes Modul wird speziell auf die Zielgruppe zugeschnitten und ist stark praxisorientiert, damit die Auszubildenden und Dual-Studierenden einen Großteil der Inhalte eigenständig erarbeiten können, was ihnen gleichzeitig ermöglicht, die Module aktiv mitzugestalten. Es wird auf Elemente wie Gamification und Challenges sowie verschiedene Medien wie Flipcharts und Metaplanwände gesetzt, um den Auszubildenden Anreize zur Eigenverantwortung zu bieten.

Der Jahrgang 2020 erhielt als erster Ausbildungsjahrgang eine durchgängige Betreuung mit Inhalten zum Thema Gesunde Ausbildung mit Verknüpfung zu bestehenden gesundheitsförderlichen Strukturen innerhalb des Unternehmens.

Wie läuft das Projekt „Gesunde Ausbildung“ genau ab?

Wie im letzten Absatz erläutert, startete das Projekt zur gesunden Ausbildung im Jahr 2020 mit dem Ausbildungsjahrgang 2020. In den darauffolgenden Jahren wurden die Ausbildungsjahrgänge 2021, 2022 und 2023 integriert. Im Jahr 2023 wurde das Projekt erfolgreich fortgesetzt und umfasst nun auch die Jahrgänge 2024 bis 2026.

Während der gesamten Ausbildungszeit sind insgesamt fünf Workshoptage vorgesehen. Jeder Workshoptag besteht aus zwei Modulen, die entweder in Präsenz oder digital abgehalten werden können. Bei der Präsenzvariante dauern die beiden Module jeweils drei Stunden, was eine Gesamtdauer von sechs Stunden pro Workshoptag ergibt. Bei der digitalen Variante dauern die Module jeweils eineinhalb Stunden, sodass ein Workshoptag insgesamt drei Stunden dauert.

Nach jedem Workshop wird eine Feedbackabfrage der Teilnehmenden durchgeführt, um das Projekt und seine Inhalte kontinuierlich zu verbessern. Einmal jährlich wird ein Soundingboard erstellt, das allen Beteiligten Zahlen, Daten und Fakten zum Projekt zur Verfügung stellt. Dies ermöglicht wertvolle Einblicke sowie die weitere Optimierung des Projekts.

Module für eine gesunde Ausbildung

Die nachfolgenden Abschnitte bieten eine grobe Übersicht der Modulinhalte sowie der Methodik und Didaktik.

#1 WEGWEISER GESUNDHEIT

Im Modul „Wegweiser Gesundheit“ lernen die Auszubildenden verschiedene Aspekte einer gesunden Lebensweise kennen. Die Schwerpunkte umfassen das Verständnis der drei Säulen der Gesundheit, das Erlernen von Tipps und Tricks für eine gesunde Ausbildung, die praktische Anwendung von Übungen und Methoden zur Förderung der Gesundheit im Alltag (einschließlich am Arbeitsplatz) sowie das gemeinsame Zubereiten verschiedener gesunder Snacks mit theoretischer Hintergrundvermittlung.

#2 BASIC MOVEMENTS

Im Modul „Basic Movements – Bewegung im Alltag“ werden theoretische Grundlagen zum Thema Bewegung vermittelt. Der Fokus liegt auf Anatomie und Physiologie sowie Trainingslehre und allgemeiner Bewegungswissenschaft. Es werden auch die Folgen von Bewegungsmangel und Möglichkeiten zur Förderung von Bewegung im Alltag behandelt. Teilnehmer erarbeiten einen Übungszirkel und führen praktische Übungen zur Förderung der Bewegung im Alltag durch.

#3 VOLL IM TREND

Im Modul „Voll im Trend & Raus aus der Komfortzone“ stehen diverse Trendsportarten im Mittelpunkt, die gemeinsam mit den Auszubildenden erkundet werden. Dabei werden verschiedene Trends wie Yoga, Pilates, Slackline und Spikeball gemeinsam erarbeitet, wobei auch ihre Hintergründe beleuchtet werden. Die Auszubildenden entwickeln dabei einen Trendsportartenzirkel. Neben der theoretischen Auseinandersetzung steht auch das praktische Erleben der Trendsportarten im Fokus. Abschließend werden die Sportarten in Gruppen durchgeführt.

#4 ERGONOMIC MOVEMENTS

Das Modul „Ergonomic Movements – Ergonomie im Alltag“ vermittelt den Auszubildenden grundlegende Kenntnisse über Ergonomie sowohl im Alltag als auch am Arbeitsplatz. Es konzentriert sich auf die Vermittlung von relevantem Grundwissen sowie ergonomischen Prinzipien für Tätigkeiten wie Heben & Tragen, Schieben & Ziehen, Sitzen & Stehen usw. Dabei werden berufsspezifische Herausforderungen identifiziert und mögliche Lösungen erarbeitet. Präventive Übungen für den individuellen Alltag werden durchgeführt. Zudem besteht die Möglichkeit, Ergonomie-Multiplikatoren auszubilden, basierend auf den internen Ergonomie-Angeboten durch die Zollner Elektronik AG.

#5 KEEP CALM

Das Modul „Keep calm – Stressfrei durch den Alltag“ bietet den Auszubildenden einen Einblick in die Grundlagen der Entspannung. Dabei werden die Entstehung von Stress und dessen Auswirkungen auf den Organismus behandelt sowie verschiedene Arten von Stress erläutert. Die Teilnehmer erarbeiten Möglichkeiten zum Umgang mit Stress und lernen die Grundlagen der Achtsamkeit kennen, einschließlich Definition und Schulungsmöglichkeiten. Es werden auch verschiedene Entspannungstechniken durchgeführt, die im Alltag angewendet werden können. Das Modul schließt mit einem Thema zum Work-Life-Management ab.

#6 LERNEN LERNEN

Das Modul „Lernen lernen“ konzentriert sich auf die Grundlagen des Lernens und die Anwendung verschiedener Lernmethoden. Es behandelt Themen wie die Grundlagen des Lernens und die Unterschiede zwischen verschiedenen Lerntypen und -kanälen. Die Teilnehmer erarbeiten verschiedene Lernmethoden und -strategien und wenden sie an. Ein individueller Lernplan, der auf die Ausbildungsinhalte zugeschnitten ist, wird erstellt. Ziel des Moduls ist es, die Fähigkeit zum „effektiven“ Lernen zu stärken.

#7 PRÜFUNGSANGST?! – NEIN DANKE!

Das Modul „Prüfungsangst? – Nein danke!“ konzentriert sich auf Prüfungsvorbereitung sowie Zeit- und Selbstmanagement. Es befasst sich mit der gemeinsamen Erarbeitung von Vorbereitungsstrategien für individuelle Prüfungsphasen und der Anwendung verschiedener Lernmethoden. Dabei werden Vorund Nachteile diskutiert, um ihre Anwendbarkeit für die individuelle Vorbereitung einzuschätzen. Des Weiteren werden die Hintergründe von Prüfungsangst beleuchtet und Möglichkeiten aufgezeigt, diese zu vermeiden oder zu reduzieren. Das Modul behandelt außerdem Grundlagen und Möglichkeiten des Zeit- und Selbstmanagements sowie deren Auswirkungen auf den persönlichen Alltag.

#8 FOOD BASICS

Im Modul „Food Basics“ erhalten die Auszubildenden einen Einblick in die Grundlagen einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung von Grundlagenwissen zu Makro- und Mikronährstoffen sowie den Nährstoffen und Inhaltsstoffen verschiedener Lebensmittel und ihrer Wirkung auf den Organismus. Es wird die Bedeutung einer gesunden und ausgewogenen Ernährung erarbeitet. Zudem wird die gemeinsame Zubereitung verschiedener Snacks durchgeführt, wobei auch die theoretischen Hintergründe vermittelt werden.

#9 FOOD TRENDS

Das Modul „Food Trends“ vermittelt neue Trends und Ernährungsarten. Es setzt Schwerpunkte auf die Betrachtung verschiedener Ernährungsphilosophien wie vegetarisch, vegan, Paleo usw. und zeigt dabei Chancen und Risiken auf. Des Weiteren werden die Ernährungstrends anhand von Vor- und Nachteilen gegenübergestellt. Es werden auch die Grundlagen bekannter „Superfoods“ sowie möglicher regionaler Alternativen behandelt. Zusätzlich wird die gemeinsame Zubereitung verschiedener Snacks durchgeführt, wobei auch die theoretischen Hintergründe vermittelt werden.

#10 GRUNDLAGEN DER ABHÄNGIGKEIT

Das Modul „Grundlagen der Abhängigkeit“ vermittelt grundlegende Kenntnisse über stoffgebundene und stoffungebundene Süchte. Es setzt Schwerpunkte auf die Entstehung verschiedener Suchtarten und die Unterscheidung zwischen stoffgebundenen und stoffungebundenen Süchten. Die Reaktionen des Körpers auf verschiedene Suchtmittel werden sowohl theoretisch als auch praktisch, beispielsweise mit Rauschbrillen und anderen Hilfsmitteln, behandelt. Zudem wird das Erkennen von eigenen und fremden Suchterkrankungen und der Umgang mit Betroffenen während einer Suchterkrankung thematisiert. Abschließend werden die langfristigen Folgen des Suchtmittelkonsums beleuchtet.

#11 DIE NEUE ABHÄNGIGKEIT

Im Rahmen dieses Moduls erhalten Ihre Auszubildenden eine Einführung in die Grundlagen des Internet- und Social-Media-Konsums. Die Schwerpunkte liegen auf den Chancen und Risiken sozialer Medien wie Instagram, Facebook, Twitter usw. sowie den Grundlagen des allgemeinen Konsums in der Gesellschaft. Es wird übermäßiger Internet- und Social-Media-Konsum behandelt, seine Folgen und Präventionsmöglichkeiten. Außerdem wird die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit sozialen Medien erarbeitet, und es erfolgt eine Vermittlung von digitalem Gesundheitswissen.

#12 INTEGRATION VS. MOBBING

Im Modul „Integration vs. Mobbing“ erhalten die Auszubildenden einen Einblick in die Grundlagen von Eingliederung und Mobbing, um für diese Themen sensibilisiert zu werden. Dabei liegt der Fokus auf der Definition von Mobbing, den Folgen und Möglichkeiten zur Vermeidung und Selbstschutz vor Mobbing. Die Teilnehmer lernen, Mobbing zu erkennen und angemessen mit betroffenen Personen umzugehen, sowohl als Betroffener als auch als Auslöser. Des Weiteren werden Möglichkeiten und Strategien für die (Neu-)Eingliederung behandelt sowie Bewältigungsstrategien erarbeitet und potenzielle Anlaufstellen kennengelernt.

#13 DIVERSITY POSITIV NUTZEN

Im Modul „Diversity positiv nutzen“ werden mit den Auszubildenden Grundlagen zur interkulturellen Kompetenz erarbeitet. Dabei wird gemeinsam eine Definition von interkultureller Kompetenz erarbeitet und verschiedene praktische Übungen zur Sensibilisierung durchgeführt. Der Umgang mit Diversität sowohl am Arbeitsplatz als auch im persönlichen Umfeld wird thematisiert. Zudem werden Stereotype und Vorurteile behandelt und durch Übungen zur Sensibilisierung vertieft.

#14 HARMONISCHES MITEINANDER

Das Modul „Harmonisches Miteinander“ vermittelt grundlegende Kenntnisse im Bereich Konflikt- und Kommunikationsmanagement. Es konzentriert sich auf die Entstehung von Konflikten, verschiedene Konfliktarten und deren Bewältigungsmöglichkeiten sowie die Eskalation und Deeskalation von Konflikten. Zudem werden Themen wie gesundes Führen, Werte und Prinzipien, Selbstführung sowie die Erwartungen an eine Führungskraft und an sich selbst als Führungskraft behandelt.

Praxisorientierte Konfliktlösungsstrategien werden gemeinsam erarbeitet. Weiterhin werden Grundlagen der Kommunikation, sowohl verbal als auch nonverbal, und deren Auswirkungen auf das Gegenüber behandelt, einschließlich des Sender-Empfänger-Modells und seiner Anwendung in der Praxis.

Nachhaltige Betreuung via Social Media

Zur nachhaltigen und langfristigen Sicherung sowie Alltagsintegration der in den Workshops erlernten Inhalte wird eine Social Media Betreuung der Azubis in diesem Projekt integriert.

Die Auszubildenden und Dual-Studierenden können sich in den Präsenz-Workshops über einen QR-Code zur Social Media Betreuung anmelden. Hierbei können sie sich für einen MS TEAMS-Kanalentscheiden und/oder die Betreuung via Email-Verteiler.

Im MS TEAMS-Kanal werden sie wöchentlich drei Mal mit Einzel-Postings, via Email-Verteiler monatlich einmal mit der Gesundheitspost (Zusammenfassung der wöchentlichen Einzel-Postings) versorgt. Thematisch orientiert sich der Inhalt der Themen stets an den drei Säulen der Gesundheit (Bewegung, Ernährung, Stressmanagement/mentale Gesundheit) und verfolgt einen ressourcenorientierten, alltagsnahen Ansatz. So kann sichergestellt werden, dass ein Alltagstransfer so einfach wie möglich stattfinden kann und die Zielgruppe langfristig Gesundheitsressourcen und gesunde CopingStrategien aufbauen kann. „Tipps und Tricks“, „schnelle, gesunde Rezeptideen“, „Checklisten“, „Mythen vs. Fakten“ aber auch „Re-Sensibilisierungen“ und Themenvertiefungen (welche aus Zeitgründen nicht in den Präsenz-Workshops Platz gefunden haben) sind hierfür einige klassische Beispiele. Sowohl per Email als auch im MS TEAMS-Kanal haben die Azubis und Dual-Studierenden die Möglichkeit (Rück-)fragen zu stellen. Vorab wird mindestens quartalsweise ein Redaktionsplan mit den geplanten Posting-Themen an das Projektmanagement-Team der Zollner Elektronik AG übersendet. Auf Wunsch können Themen auch mit entsprechender Vorlaufzeit von mehreren Wochen angepasst oder ersetzt werden.

Innovationspreis des BBGM

„Tue Gutes und sprich darüber!“. 2021 entschieden sich die beteiligten Projektpartner dies im Rahmen des Innovationspreises vom BBGM (Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement) in die Tat umzusetzen. Die gesamte Kooperation fußte von Beginn an auf dem Gedanken einer langfristigen Zusammenarbeit. Diese Voraussetzung ermöglichte es erste Längsschnittdaten der Jahrgänge, die mit Bumperlgsund betreut wurden, zu erheben und mit dem Jahrgang 2018/2019 zu vergleichen. Die These war und ist, dass die Jahrgänge, die Bumperlgsund erhalten, dem Vergleichsjahrgang, welcher lediglich mit BGF-Einzelmaßnahmen betreut wurde, in den Zielparametern Dropouts und Dropout Quote überlegen ist. In Verbindung mit einem prognostizierten Mindestbindungszeitraum soll darüber hinaus zukünftig näherungsweise bestimmt werden, wie viel Jahre Auszubildende bzw. duale Studierende im Unternehmen verweilen müssten, um mindestens den break even point zu erreichen, bei welchem der ökonomische Nutzen die Investition in die systematische Betreuung der Ausbildungsjahrgänge beginnt zu übersteigen. Ergänzt wurden die quantitativen Parameter durch subjektive Parameter:

Wahrgenommene Gesundheitsunterstützung durch den Arbeitgeber

Sie beschreibt, wie stark die Auszubildenden die Gesundheitsunterstützung durch die Zollner Elektronik AG wahrnehmen. Bewertet wird auf einer 5er-Skala, wobei fünf Punkte für eine besonders starke Wahrnehmung der Gesundheitsunterstützung stehen.

Wahrscheinlichkeit der Weiterempfehlung von Bumperlgsund

Angelehnt an den Net Promoter Score erfasst dieser Parameter auf einer 5er-Skala (ein bis fünf Punkte) die Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit des Interventionsprogramms. Hieraus lassen sich direkte Ableitungen zur Wirksamkeit treffen, da eine hohe Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit mit hoher Zufriedenheit der Teilnehmenden assoziiert ist. Fünf Punkte stellen die höchste Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit dar.

Wahrscheinlichkeit der Anwendung der vermittelten Inhalte im (Arbeits-)Alltag

Hierbei liegt der Fokus auf dem konkreten Transfer der erlernten Wissensbausteine und Praxistipps in den unmittelbaren Alltag der Auszubildenden in Beruf und Freizeit. Auf einer Skala von einem bis fünf Punkten schätzen die Auszubildenden ein, für wie wahrscheinlich sie es halten, dass sie selbst die vermittelten Inhalte auch in ihrem Alltag bewusst einsetzen und damit nachhaltig profitieren. Fünf Punkte stellen die bestmögliche Bewertung dar.

Dimensionen der Maßnahmeneffektivität

Die nachfolgenden Parameter erfasst ein Fragebogen standardisiert zu definierten Messzeitpunkten auf einer 5er-Skala (ein bis fünf Punkte). Fünf Punkte stellen die bestmögliche Bewertung dar:

  1. Dimension Referent: Beurteilt werden die wahrgenommene Fachkompetenz, die Impulskraft bezogen auf das individuelle Gesundheitsverhalten und der Grad der Interaktivität mit den Teilnehmenden.
  2. Dimension Inhalt: Beurteilt wird, wie gut die vermittelten Inhalte den Bedürfnissen der Teilnehmenden entsprochen haben (Bedeutsamkeit), wie hoch der Praxisbezug (Umsetzbarkeit im (Arbeits-Alltag)) gewesen ist und deckungsgleich die vermittelten Inhalte mit den angekündigten war (Erfüllungsgrad).
  3. Dimension Organisation: Beurteilt werden organisatorische Aspekte, z.B. inwieweit der Zeitrahmen für die vermittelten Inhalte angemessen war, ob alle Informationen und Materialien rechtzeitig kommuniziert und verfügbaren waren und ob die Atmosphäre der Veranstaltung adäquat gewesen ist.

Die Präsentation des Gesamtkonzeptes wurde vom BBGM mit dem 2. Platz beim Innovationspreis 2021 gekürt.

Weiterentwicklung und Integration von E-Learning

Im Zuge der Projektweiterführung im Jahr 2023 stand die Anpassung und Weiterentwicklung des bisherigen Konzepts im Fokus. Eine entscheidende Neuerung ist die Integration von vier E-Learning-Modulen, welche zwei Live-Workshops ablösen. Bei gleicher inhaltlicher Tiefe wird das Angebot für die Auszubildenden und dual Studierenden somit innovativer und flexibler. Ziel war es, das Programm besser an den Ausbildungsplan anzupassen und gezielt auf die Bedürfnisse und Herausforderungen der Ausbildung abzustimmen.

Das neue Konzept sieht einen strukturierten Ablauf vor, der aus drei Präsensworkshops mit jeweils zwei Modulen sowie vier E-Learning Modulen besteht. Jedes E-Learning Modul hat eine Dauer von einer Stunde und beinhaltet sowohl Wissensvermittlung als auch ein Quiz am Ende zur Überprüfung des Gelernten. Die E-Learning Module decken verschiedene Themenbereiche ab, darunter „Keep Calm“, „Diversity positiv nutzen“, „Lernen lernen“ und „Grundlagen der Abhängigkeit“. Diese Module bieten den Teilnehmern die Möglichkeit, ihr Wissen eigenständig zu vertiefen und sich aktiv mit den Inhalten auseinanderzusetzen.

Die Kombination aus Präsenzworkshops und E-Learning Modulen ermöglicht eine flexible und individuelle Gestaltung des Lernprozesses. Durch die Integration von digitalen Lernformaten wird zudem die Erreichbarkeit und Teilnahmebereitschaft der Zielgruppe erhöht, da die Inhalte zeit- und ortsunabhängig abrufbar sind.

Insgesamt zielt das neue Konzept darauf ab, den Teilnehmenden ein ganzheitliches Lernerlebnis zu bieten und sie dabei zu unterstützen, ihre persönlichen und beruflichen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Die Kombination aus interaktiven Präsenzworkshops und modernen E-Learning Modulen soll dabei helfen, die Lernziele effektiv zu erreichen und einen nachhaltigen Lernerfolg zu gewährleisten.

Fakten und Ausblick zum Azubi-Projekt

Bei unserem Projekt, das auch heute noch bis Ende 2026 für die genannten Jahrgänge durchgeführt wird, handelt es sich um ein ganzheitliches Azubi-Konzept, das die jungen Menschen in der gesamten Ausbildungszeit begleitet. Wir verbinden die Präsenzworkshops mit einer direkten Wissensvermittlung und einer praxisnahen Anwendung. Wir unterstützen dahingehend, dass sich Auszubildende und Dual-Studierende selbst zu Multiplikatoren zum Thema Gesundheit entwickeln. Eine schnelle und transparente Kommunikation zwischen allen Beteiligten von Zollner Elektronik AG, der AOK Bayern und MOOVE GmbH gewährleisten eine gute und reibungslose Projektkoordination und unterstützen den Erfolg des Programmes zusätzlich.

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